Wie viel die Krankenkasse für Pilates zahlt
Einen Zuschuss gibt es für einen Präventionskurs. Das ist ein Kurs zur Vorbeugung, den die Prüfstelle der Krankenkassen vorher geprüft hat. Das Gesetz verpflichtet jede Kasse, solche Kurse zu fördern. Wie viel Sie zurückbekommen, legt aber jede Kasse selbst fest, und deshalb zahlt jede einen anderen Betrag.
Bei sechs Kassen reicht der Zuschuss von 75 Euro bis zur vollen Gebühr. Die Techniker zahlt 80 Prozent, höchstens 150 Euro je Kurs. Die IKK classic gibt bis 90 Euro, die DAK-Gesundheit und die Barmer bis 75 Euro für einen Kurs vor Ort. Die mkk übernimmt die volle Gebühr für Pilates-Kurse aus ihrem eigenen Kursprogramm.
| Krankenkasse | Anteil an der Gebühr | Höchstens je Kurs | Kurse im Jahr |
|---|---|---|---|
| Techniker Krankenkasse | 80 Prozent | 150 Euro | 2 |
| DAK-Gesundheit | 80 Prozent, bei Befreiung von Zuzahlungen 90 Prozent | 75 Euro | 2 |
| Barmer | auf der Leistungsseite nicht genannt | 75 Euro vor Ort, 100 Euro online | 2 |
| IKK classic | auf der Leistungsseite nicht genannt | 90 Euro, zusammen 180 Euro im Jahr | 2 |
| BAHN-BKK | 80 Prozent | zusammen 300 Euro für 2 Kurse | 2 |
| mkk | 100 Prozent für Kurse aus dem eigenen Programm | volle Gebühr | 2 |
So sieht das in Euro aus. Kostet Ihr Pilates-Kurs 180 Euro, bekommen Sie von der Techniker 144 Euro zurück und zahlen 36 Euro selbst. Bei der IKK classic bekommen Sie 90 Euro, bei der DAK-Gesundheit und der Barmer 75 Euro. Bei einem teuren Kurs entscheidet also vor allem die Obergrenze Ihrer Kasse.
Pilates zählt bei der Krankenkasse als Bewegungskurs
Die Krankenkassen ordnen Pilates den Kursen für Bewegung zu. Ein solcher Kurs soll Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination stärken. Dazu gehören ein Teil zur Entspannung und Tipps, wie Sie im Alltag weniger sitzen. Am Ende sollen Sie die Übungen allein weitermachen können, zu Hause oder im Sportverein.
Gedacht sind die Kurse für Menschen, die sich zu wenig bewegen oder wieder einsteigen wollen. Auch wer ein erhöhtes Risiko für Beschwerden an Rücken oder Gelenken hat, ist dort richtig. Wer dagegen eine Erkrankung hat, die behandelt werden muss, gehört nicht in diesen Kurs. Dann kann Ihre Ärztin Krankengymnastik verordnen, also eine Behandlung auf Rezept.
Für Yoga gelten andere Regeln, denn dort zahlen die Kassen nur ruhiges Hatha-Yoga zur Entspannung. Wie hoch der Zuschuss der Krankenkasse für Yoga ausfällt, legt ebenfalls jede Kasse selbst fest.
Pilates- und Yogakurse mit Zuschuss haben beide 8 bis 12 Termine zu 45 bis 90 Minuten, in Gruppen von 6 bis 15 Menschen. Der große Unterschied liegt bei der Ausbildung. Eine Yogalehrerin braucht 480 Stunden Yoga-Ausbildung über 2 Jahre. Eine Pilates-Trainerin braucht eine Ausbildung rund um Bewegung und dazu mindestens 75 Stunden Pilates-Ausbildung vor Ort.
| Merkmal | Pilates-Kurs mit Zuschuss | Yogakurs mit Zuschuss |
|---|---|---|
| Ziel des Kurses | Bewegung, mit Kraft, Beweglichkeit und Koordination | Entspannung, nur mit Hatha-Yoga |
| Termine | 8 bis 12, je 45 bis 90 Minuten | 8 bis 12, je 45 bis 90 Minuten |
| Gruppe | 6 bis 15 Menschen | 6 bis 15 Menschen |
| Ausbildung der Trainerin | Beruf, Studium oder 12 Monate Qualifizierung rund um Bewegung, dazu mindestens 75 Stunden Pilates vor Ort | 480 Stunden Yoga-Ausbildung über mindestens 2 Jahre |
| Kurse im Jahr | zusammen mit allen anderen Kursen höchstens 2 | zusammen mit allen anderen Kursen höchstens 2 |
Welche Pilates-Kurse einen Zuschuss bekommen
Einen Zuschuss gibt es nur für einen Kurs mit festem Anfang und Ende. Er hat 8 bis 12 Termine, meist einmal pro Woche. Erkennen können Sie einen solchen Kurs am Siegel Deutscher Standard Prävention. Außerdem finden Sie ihn in der Kurssuche Ihrer Kasse. Die BAHN-BKK schreibt ausdrücklich, dass dort auch geprüfte Pilates-Kurse stehen.
Für Kurse an Geräten wie dem Reformer gilt eine eigene Grenze. Der Reformer ist ein Pilates-Gerät mit einem beweglichen Schlitten und Federn. Ein solches Gerät darf höchstens die Hälfte der Kurszeit füllen. In der übrigen Zeit lernen Sie Übungen, die Sie ohne Gerät zu Hause machen können.
Diese Angebote schließen die Kassen aus:
- Zehnerkarten, Mitgliedsbeiträge und offene Stunden im Pilates-Studio, im Fitnessstudio oder im Verein.
- Kurse ohne festes Ende, in die Sie jederzeit einsteigen.
- Kurse, die Sie nur als Mitglied eines Studios buchen können.
- Kurse, die an Geräte einer bestimmten Firma gebunden sind.
- Kurse von Trainerinnen, die Ihnen nebenbei Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel oder Sportgeräte verkaufen wollen.
- Kurse, in denen Sie vor allem eine Sportart lernen oder den Körper einseitig belasten.
Welche Ausbildung die Pilates-Trainerin für den Kassenkurs braucht
Die Prüfstelle prüft nicht nur den Kurs, sondern auch die Ausbildung der Trainerin. Die Trainerin braucht dafür zwei Dinge. Das erste ist ein staatlich anerkannter Beruf, ein Studium oder eine Qualifizierung von mindestens 12 Monaten rund um Bewegung. Das zweite ist eine Pilates-Ausbildung, die nach Angaben des Deutschen Pilates Verbands mindestens 75 Stunden vor Ort umfasst.
Auch ohne Kassenkurs lohnt sich die Frage nach der Ausbildung einer Pilates-Trainerin. Pilates-Trainerin darf sich nämlich jede nennen, ob mit oder ohne Ausbildung.
Zuschuss für den Pilates-Kurs in 5 Schritten
Eine Genehmigung vorab brauchen Sie in der Regel nicht. Bei der Barmer starten Sie zum Beispiel ohne Antrag. Sie zahlen den Kurs zuerst selbst und bekommen das Geld nach dem letzten Termin.
- Suchen Sie den Pilates-Kurs in der Kurssuche Ihrer Kasse. Oder fragen Sie das Studio, ob die Prüfstelle der Krankenkassen den Kurs geprüft hat.
- Zahlen Sie die Kursgebühr und heben Sie die Rechnung auf.
- Kommen Sie zu mindestens 80 Prozent der Termine. Bei 10 Terminen dürfen Sie also zweimal fehlen. Bei Online-Kursen ohne feste Zeiten verlangen Techniker und IKK classic alle Einheiten.
- Lassen Sie sich nach dem letzten Termin die Teilnahmebescheinigung ausfüllen. Seit Januar 2026 ist dafür ein einheitliches Formular Pflicht.
- Reichen Sie die Bescheinigung per App, Post oder online bei Ihrer Kasse ein. Die Techniker zahlt noch bis 4 Jahre nach Ende des Jahres, in dem der Kurs stattfand.
Falsche Angaben auf der Bescheinigung schaden beiden Seiten. Die Kasse kann das Geld zurückfordern und alle Kurse des Anbieters von der Förderung ausschließen. Lassen Sie sich deshalb nur Termine bescheinigen, an denen Sie teilgenommen haben.
Pilates ohne Kassenzuschuss günstiger machen
Nicht jeder Pilates-Kurs ist geprüft. Viele Studios verkaufen vor allem Karten und offene Stunden, und dafür zahlt keine Kasse. Zwei Wege senken Ihre Kosten trotzdem.
- Schauen Sie ins Programm Ihrer Volkshochschule. In München kostet dort ein Pilates-Kurs mit 15 Terminen zu 60 Minuten 99 Euro, das sind 6,60 Euro je Stunde.
- Kaufen Sie eine Karte statt einzelner Stunden, wenn Sie regelmäßig kommen. In einem Frankfurter Studio kostet eine Mattenstunde einzeln 25 Euro, mit Zehnerkarte 22,50 Euro.
Für einen geprüften Kurs kann außerdem Ihr Arbeitgeber zahlen. Er darf Ihnen dafür bis 600 Euro im Jahr steuerfrei geben, zusätzlich zum Lohn. Fragen Sie in der Personalabteilung nach.
Verordnet Ihre Ärztin Krankengymnastik, zahlt die Kasse diese Behandlung auf Rezept. Ein Pilates-Kurs kann daneben laufen, ersetzt sie aber nicht. Bei starken Schmerzen, Taubheit oder Lähmungen gehen Sie zuerst zur Ärztin oder zum Arzt.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse Reformer-Pilates?
Für Reformer-Pilates zahlt die Krankenkasse nur, wenn es ein geprüfter Kurs mit 8 bis 12 Terminen ist. Am Gerät darf dabei höchstens die Hälfte der Kurszeit liegen, den Rest üben Sie ohne Gerät. Zehnerkarten und offene Reformer-Stunden zahlt keine Kasse.
Zahlt die Krankenkasse eine Zehnerkarte im Pilates-Studio?
Nein, für eine Zehnerkarte oder eine Mitgliedschaft im Pilates-Studio zahlt keine gesetzliche Krankenkasse. Geld gibt es nur für einen geprüften Kurs mit festem Anfang und Ende. Die Kassen dürfen Mitgliedsbeiträge auch nicht mit einer Kursgebühr verrechnen.
Wie viele Pilates-Kurse zahlt die Krankenkasse im Jahr?
Die Krankenkasse bezuschusst höchstens 2 Kurse im Kalenderjahr, und Pilates, Yoga und alle anderen geprüften Kurse zählen zusammen. Machen Sie im selben Jahr schon einen Yogakurs mit Zuschuss, bleibt noch ein Pilates-Kurs. Bei der Techniker zählt das Datum, an dem der Kurs beginnt.
Gibt es einen Zuschuss der Krankenkasse für Online-Pilates-Kurse?
Ja, auch ein geprüfter Online-Pilates-Kurs bekommt einen Zuschuss. Die Barmer zahlt dafür bis 100 Euro, die Techniker 80 Prozent bis 150 Euro. Bei Kursen ohne feste Zeiten müssen Sie bei Techniker und IKK classic alle Einheiten absolvieren.
Muss ich den Zuschuss für einen Pilates-Kurs vorher beantragen?
Nein, den Zuschuss für einen Pilates-Kurs beantragen Sie in der Regel erst nach dem Kurs. Die Barmer sagt ausdrücklich, dass kein Antrag vorab nötig ist. Sie reichen die Teilnahmebescheinigung ein, nachdem Sie bei mindestens 80 Prozent der Termine waren.
Bekomme ich Pilates bei Rückenschmerzen auf Rezept?
Nein, einen Pilates-Kurs verordnet die Ärztin nicht auf Rezept. Ein Pilates-Kurs mit Zuschuss dient der Vorbeugung und ist für Menschen ohne Erkrankung gedacht, die behandelt werden muss. Braucht Ihr Rücken eine Behandlung, kann Ihre Ärztin Krankengymnastik verordnen.
