Was ist Hatha Yoga?
Hatha Yoga ist der Teil des Yoga, der über den Körper und den Atem arbeitet. Sie nehmen Haltungen ein, die im Yoga Asanas heißen, und halten sie ruhig über mehrere Atemzüge. Dazu kommen Atemübungen, auf Sanskrit Pranayama, und eine Entspannung am Ende. Bietet ein Studio schlicht Hatha an, meint es meist eine ruhige Stunde, in der Sie jede Haltung einzeln einnehmen, halten und wieder lösen.
Das Wort Hatha stammt aus dem Sanskrit, der alten Gelehrtensprache Indiens. Der Yogaforscher Jason Birch übersetzt Hatha Yoga wörtlich als Yoga der Kraft. Manche deuten die Silben Ha und Tha auch als Sonne und Mond. Eine wichtige Lehrschrift, die Hatha-Yoga-Pradipika, entstand im 15. Jahrhundert. Es gibt aber noch ältere Texte über Hatha Yoga.
In einem Kurs, den die Krankenkasse fördert, üben Sie also in einer kleinen Gruppe von 6 bis 15 Personen. Ein Termin dauert 45 bis 90 Minuten. Verletzungen sind selten: Eine Umfrage unter 1.702 Yoga-Übenden in Deutschland kam auf 0,6 akute Verletzungen je 1.000 Übungsstunden.
So läuft eine Hatha-Yoga-Stunde ab
Jede Lehrerin gestaltet ihre Stunde etwas anders. Der Grundaufbau ist aber fast immer gleich. Die Krankenkasse DAK beschreibt ihn in fünf Schritten.
Ankommen
Sie setzen oder legen sich bequem auf die Matte, atmen gleichmäßig und lassen den Körper ruhig werden.
Lockern und dehnen
Leichte Bewegungen machen Gelenke und Muskeln warm und bereiten sie auf die Haltungen vor.
Haltungen
Sie nehmen die Haltungen nacheinander ein und halten sie ruhig über mehrere Atemzüge. Die Lehrerin erklärt jede Haltung.
Atemübungen
Danach üben Sie bewusstes Atmen, zum Beispiel eine lange, ruhige Ausatmung.
Schlussentspannung
Zum Schluss liegen Sie still und lassen die Stunde nachwirken.
In einem Kurs, den die Krankenkasse fördert, bauen die Termine aufeinander auf und finden meist einmal pro Woche statt. Die Lehrerin gibt Ihnen außerdem Übungen für zu Hause mit. Denn Sie sollen das Entspannen so lernen, dass Sie es nach dem Kurs im Alltag allein anwenden können.
Hatha Yoga ist ein Sammelbegriff für viele Kurse
Der Name Hatha sagt wenig darüber, wie anstrengend eine Stunde wird. Unter Hatha laufen ruhige Kurse mit Pausen, aber auch zügige Stunden, in denen Sie ins Schwitzen kommen. Welche Art ein Studio meint, verrät der Name allein nicht. Ashtanga und Bikram verlangen deutlich mehr Kraft und Ausdauer als eine ruhige Hatha-Stunde, wie der Vergleich der Yoga-Stile zeigt.
Die Kassen geben nur für Hatha-Kurse einen Zuschuss, die Entspannung lehren und für Anfänger geeignet sind, und schließen Kurse aus, in denen vor allem trainiert wird. Wie viel Sie für einen Yoga-Präventionskurs mit Zuschuss zurückbekommen, legt jede Kasse selbst fest.
Drei Fragen klären vor der Buchung, ob eine Hatha-Stunde ruhig oder fordernd wird.
- Wie lange halten wir die Haltungen, und gibt es Pausen dazwischen?
- Wie viel Zeit bekommen Atemübungen und Entspannung?
- Ist die Stunde für Anfänger gedacht, und zeigt die Lehrerin leichtere Varianten?
Für wen passt Hatha Yoga?
Hatha Yoga eignet sich für Anfängerinnen und Anfänger jeden Alters. Auch wer bisher wenig Sport gemacht hat oder im Alter beweglicher werden möchte, findet hier einen ruhigen Einstieg. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht. Nach Angaben der DAK kann Hatha Yoga die Muskeln kräftigen, die Beweglichkeit verbessern und Gleichgewicht und Körperhaltung fördern.
In manchen Lagen sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die DAK nennt dafür diese Fälle.
- akute Schmerzen, starker Schwindel oder deutliche Probleme mit dem Gleichgewicht
- frische Verletzungen und die Zeit nach einer Operation
- schwere Beschwerden an Herz und Kreislauf
- Beschwerden an Rücken oder Nacken, eine Schwangerschaft oder eine chronische Erkrankung, damit Sie wissen, welche Haltungen für Sie passen
Kurse, die vor allem entspannen sollen, sind nicht für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen gedacht, die behandelt werden müssen. So steht es in den gemeinsamen Regeln der Krankenkassen. Ein Yogakurs ersetzt weder eine Psychotherapie noch eine Behandlung beim Arzt.
Wie sicher ist Hatha Yoga?
Yoga ist nach heutigem Wissen etwa so sicher wie andere Bewegung. Eine Auswertung von 94 Studien mit 8.430 Teilnehmenden aus dem Jahr 2015 fand beim Yoga nicht mehr Nebenwirkungen als bei Bewegungstraining oder bei der üblichen Behandlung.
Eine Umfrage unter 1.702 Yoga-Übenden in Deutschland zeigt, wo die Risiken liegen. 21,4 Prozent hatten schon einmal akute Beschwerden durch das Üben, meist an Muskeln und Gelenken. Am häufigsten traten sie bei Handstand, Schulterstand und Kopfstand auf. Wer nur allein und ohne Lehrerin übte, hatte ein höheres Risiko. Mehr als drei Viertel der akuten Beschwerden heilten vollständig aus.
Wer traditionelles Hatha Yoga übte, hatte in derselben Umfrage seltener lang anhaltende Beschwerden. Für Sie heißt das: Lernen Sie die Haltungen in einer Stunde mit Lehrerin, bevor Sie zu Hause allein üben. Lassen Sie Umkehrhaltungen wie den Kopfstand weg, also Haltungen, in denen der Kopf tiefer liegt als das Becken. Die Prüfstelle der Krankenkassen lässt den Kopfstand in geförderten Kursen gar nicht zu.
Häufige Fragen
Ist Hatha Yoga für Anfänger geeignet?
Ja, Hatha Yoga ist für Anfänger gut geeignet, weil Sie jede Haltung langsam einnehmen und über mehrere Atemzüge halten. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht, und der Stil passt für jedes Alter. Fragen Sie trotzdem nach einem Kurs für Einsteiger, denn manche Hatha-Stunden sind zügig und fordernd.
Wie lange dauert eine Hatha-Yoga-Stunde?
Eine Hatha-Yoga-Stunde dauert in Kursen mit Kassenzuschuss 45 bis 90 Minuten. Ein solcher Kurs hat 8 bis 12 Termine, meist einmal pro Woche. Offene Stunden im Studio können kürzer oder länger sein.
Was bedeutet das Wort Hatha im Hatha Yoga?
Das Wort Hatha stammt aus dem Sanskrit und bedeutet Kraft, Hatha Yoga heißt wörtlich Yoga der Kraft. Manche deuten die Silben Ha und Tha auch als Sonne und Mond. Gemeint ist ein Yoga, das über Körper und Atem arbeitet.
Darf ich in der Schwangerschaft Hatha Yoga machen?
Ja, Hatha Yoga ist in der Schwangerschaft möglich, aber erst nach Rücksprache mit Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme. Dort klären Sie, welche Haltungen für Sie geeignet sind. Bei Blutungen, Schmerzen oder Schwindel hören Sie sofort auf und lassen sich untersuchen.
Wie oft verletzen sich Menschen beim Yoga?
Beim Yoga kommt es nach einer Umfrage unter 1.702 Übenden in Deutschland zu etwa 0,6 akuten Verletzungen je 1.000 Übungsstunden. Betroffen sind meist Muskeln und Gelenke, oft bei Handstand, Schulterstand und Kopfstand. Wer nur allein ohne Lehrerin übt, verletzt sich häufiger.
